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Lungenkraut

Frühlingszauber im blühenden Auwald

Ein Pflanzenporträt von Eitel-Friedrich Scholz

Das Lungenkraut,
Geflecktes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
hat zwei Besonderheiten, die es von den anderen Frühjahrsblühern unterscheidet, die auf ihrer Oberseite rauen Blätter tragen meist auffallend weiße Flecken und die Blüten wechseln ihre Farbe, sie sind zuerst rot, dann violett und zuletzt blau.

Die Blüten stehen in einer einfachen oder gespaltenen Traube am Ende des beblätterten Stengels. Dieser hat am oberen Teil Borsten, Drüsen und weiche Haare, er trägt die ei-lanzettförmigen Blätter. Erst nach der Blüte kommen die großen, rauen, ebenfalls gefleckten, herz- eiförmigen Sommerblätter zum Vorschein. Die alte Heilpflanze ist weit verbreitet, sie bevorzugt als Standort schattige Laub- und Auwälder.

Das Lungenkraut, auch Lungenwurz, Bockskraut, Fleckenkraut Frauen milchkraut, Hirschkohl, Schwindsuchttee und Lungentee genannt, ist ein Heilmittel in der Volksarznei. Früher wurden die von Mai bis Juli samt den Stielen geflückten Sommerblätter als Droge gegen Lungenleiden und zur Linderung bei entzündeten Schleimhäuten in Magen, Darm, in Mund und Rachen verwendet. Auch Halsentzündungen und Heiserkeit kurierte man mit dem reizlindernden "Herba pulmonariae", dem Lungenkraut. Die schleimige, adstringierende (zusammenziehende) Droge enthält u.a. neben Schleim und Gerbstoff Flavonide, Allantoin, Kieselsäure und viele Mineralstoffe. Die Verwendung des Lungenkrauts in der Volksmedizin ist noch nicht so alt. Die mittelalterlichen Autoren der Kräuterbücher führen diese Pflanze noch nicht an. Vermutlich hat erst die Signaturenlehre des Paracelsus auf den Heilwert dieser Pflanze aufmerksam gemacht.

Literatur:
Aichele, Schwegler, Blumen der Alpen, 1977; Bach, Kärntner Naturschutz-Handbuch, 1978; Beuchert, Symbolik- der Pflanzen, 1995; Engel, Die Giftküche der Natur, 1972; Fischer, Heilkräuter und Arzneipflanzen, 1947; Hartl, Turnowski, in: Die Natur Kärntens, 1976; Hartl et. al. Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen Kärntens, 1992; Koch, Taschenbuch der heimischen Frühjahrsblumen, 1953; Mucina et al., Die Pflanzengesellschaften Österreichs, 1993; Köhlers Atlas der Medizinalpflanzen, 1887; Losch, Kräuterbuch, 1903; Pahlow, Das große Buch der Heilpflanzen, 1993; Passarge, Scholz, Pflanzensoziologische Untersuchungen und Bestandsaufnahmen der Vegetation in den Weichholz-Auen von St. Daniel bis Kirchbach, 1996, unveröff.; Pieper, Volksbotanik, 1897; Pritzel, Jessen, Die deutschen Volksnamen der Pflanzen, 1882; Roth, Daunderer, Kormann, Pflanzengifte - Giftpflanzen, 1994

Verfasser:
Eitel-Friedrich Scholz,
St. Daniel 18
9635 Dellach

 

Foto: Sepp Lederer